Im Blick über die Fachgrenzen liegt der Erfolg
„Ein Gesamtenergiekonzept scheitert nicht mehr so häufig an der technologischen Reife, sondern eher daran, ob es regulatorisch tragfähig, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vertretbar ist“, sagt Magnus Sowa. Deshalb berücksichtigt der Associate Consultant der Intelligent Energy System Services GmbH (IE2S) diese Dimensionen von Anfang an. Gelernt hat er diesen Erfolgsfaktor im Masterstudiengang Energy Science and Engineering.
Nach seinem Bachelorstudium im Wirtschaftsingenieurwesen (B.Eng.) entschied sich Magnus Sowa für den Masterstudiengang Energy Science and Engineering (ESE) an der TU Darmstadt. Dort vertiefte er sein Wissen über multimodale Energiesysteme, Nachhaltigkeitsbewertung und erneuerbare Energien. Heute arbeitet er als Associate Consultant bei der Intelligent Energy System Services GmbH (IE2S) und begleitet die erfolgreiche Umsetzung komplexer Netz- und Energieinfrastrukturprojekte.
In 30 Sekunden: Was machen Sie beruflich?
„In meiner Position sorge ich unteranderem dafür, dass große Netz- und Energieinfrastrukturprojekte nicht an der Umsetzung scheitern. Bei IE2S steuere ich als Projekt- und PMO-Verantwortlicher komplexe Vorhaben – von der Planung bis zur Inbetriebnahme – und konzipiere gleichzeitig Energietransformationskonzepte rund um Batteriespeicher (BESS) und Power-to-X.
Kurz gesagt: Ich bringe Technik, Zeitplan und Budget bei Projekten zusammen, die für die Energiewende bei Netzbetreibern, Projektierern und Industriekunden den Unterschied machen.“
Welche Kenntnisse oder Fähigkeiten, die Sie heute im Job brauchen, haben Sie im Studiengang Energy Science and Engineering an der TU Darmstadt erworben?
"Mein Studium war ziemlich genau auf das zugeschnitten, was ich heute mache. Im Wahlpflichtbereich habe ich mich auf multimodale Energiesysteme und Nachhaltigkeitsbewertung sowie auf erneuerbare Energien und Technologien spezialisiert. Das hat mir vor allem drei Dinge mitgegeben, die ich täglich brauche:
- Systemisches Denken über Sektorgrenzen hinweg: Multimodale Energiesysteme zu verstehen heißt, Strom, Wärme und Mobilität nicht getrennt zu betrachten – genau diese Perspektive brauche ich, wenn ich BESS- oder P2X-Konzepte entwickle, die ins Gesamtsystem passen müssen und nicht isoliert funktionieren.
- Fundiertes Technologiewissen zu erneuerbaren Energien: Die Vertiefung in erneuerbare Technologien liefert mir das fachliche Rüstzeug in breitem Umfang, um mit Kunden aus der Energiebranche auf Augenhöhe zu sprechen.
- Bewertungskompetenz statt Bauchgefühl: Nachhaltigkeitsbewertung heißt, Entscheidungen anhand von Kriterien und Kennzahlen zu treffen statt nach Intuition. Genau diese Fähigkeit nutze ich, um Transformationskonzepte wirtschaftlich und ökologisch sauber zu begründen."
Energy Science and Engineering ist für mich …
„… der Studiengang, welcher mir aus wissenschaftlicher Perspektive gezeigt hat, dass die Energiewende eine multidimensionale Aufgabe ist. Der Studiengang hat mich bewusst über den Tellerrand der klassischen Energietechnik hinausgeführt: In den Wahlpflicht- und Wahlbereichen bin ich mit Fragestellungen aus Materialwissenschaft, Umweltingenieurwesen, Politik und Wirtschaftswissenschaften in Berührung gekommen – etwa wenn es um Materialien für energietechnische Prozesse ging oder um die wirtschaftliche und regulatorische Einordnung neuer Technologien.
Genau dieser Blick über Fachgrenzen hinweg ist es, was ich heute täglich brauche: Ein Gesamtenergiekonzept scheitert nicht mehr so häufig an der technologischen Reife, sondern eher daran, ob es regulatorisch tragfähig, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vertretbar ist. Energy Science and Engineering hat mir beigebracht, diese Dimensionen von Anfang an mitzudenken, anstatt sie am Ende nachträglich zu prüfen.“
Was war in Ihrer Studienzeit Ihr Lieblingsort in Darmstadt?
„Ganz klar das Boulderhaus Darmstadt zusammen mit Freunden – nach einem Tag voller Vorlesungen und Projektarbeit war das mein Ausgleich den Kopf freizubekommen. Und wenn es abends etwas kulturell Wärmeres sein sollte, war ich gerne in der Galerie Kurzweil unterwegs. Was Darmstadt für mich in diesem Sinne aber wirklich besonders gemacht hat, war die musikalische Vielfalt der lokalen Kollektive aus der Techno- und DnB-Szene; man trifft auf eine Energie und Kreativität, die man der Stadt auf den ersten Blick gar nicht zutraut!“